Johann Friedrich Wilhelm Dietlein

31.05.1787 - 30.08.1837


Halle im Jahr 1653

J.F.W. Dietlein war der erste Professor, der im 19. Jhd. an der Bauakademie in Berlin das Fach "Brückenbau" unterrichtete. Dabei konnte er einen seiner Studenten so für das Thema begeistern, dass dieser schließlich zu einem der größten Brückenbauer der Welt wurde.

Als New York im Mai 1883 die Eröffnung der Brooklyn Bridge feierte, war sie mit Abstand die größte Brücke der Welt und wurde als wahres Wunderwerk der Technik gefeiert. Ihr Bau war ein Triumph, sowohl für ihren Erbauer Washington Roebling, als auch für dessen Vater, der die Brücke entworfen und berechnet hatte aber schon bei den Vermessungsarbeiten ums Leben kam.

Johann August Roebling hatte so bedeutende Bauwerke wie die doppelstöckige Niagara Hängebrücke und die Brücke über den Ohio in Cincinnati 1 gebaut und galt zu seiner Zeit als der größte Brückenbauer der Welt. Neben seinem Mut und seiner Innovationsbereitschaft war vor allem auch seine hervorragende mathematische und technische Ausbildung an der Bauakademie in Berlin der Schlüssel zu diesem Erfolg.

Als Roebling 1824 sein Studium an der Bauakademie aufnahm, hatte sich diese gerade von der Akademie der Künste abgespalten. Zu der Reform gehörte ein neuer Lehrplan, ein neuer Direktor namens Eytelwein und neue Lehrkräfte wie Johann Friedrich Wilhelm Dietlein. Dieser Dietlein war es, der bei dem jungen Studenten aus Mühlhausen das "Brückenbaufieber" auslöste und ihm das entscheidende Wissen für seine späteren Erfolge vermittelte.

Aber wer war dieser Dietlein, von dem nicht einmal ein Portrait existiert und der heute fast völlig in Vergessenheit geraten ist? Dabei bekleidete er zu Lebzeiten -außer der Lehrtätigkeit an der Bauakademie- wichtige Ämter in der preußischen Bauverwaltung und fiel durch mehrere bedeutende Pulikationen auf.

Ein 'Districtbaumeister' aus Halle

Johann Friedrich Wilhelm Dietlein wurde am 31. Mai 1787 in Halle a.d. Saale geboren. Sein Vater Georg Christian Dietlein war Kauf- und Handelsmann. Seine Mutter, Sophie Christiane, geb. Schiff, entstammte ebenfalls einer angesehenen Unternehmerfamilie aus Halle. Gemeinsam wohnten die Dietleins in der heute noch vorhandenen Brüderstraße, in der Hallischen Altstadt [1].

Über die Jugend und die Schulausbildung des jungen Dietlein ist wenig bekannt. Ihm müssen aber gute Fremdsprachenkenntnisse vermittelt worden sein, denn er machte sich später vor allem auch einen Namen als Übersetzer von englisch- und französischsprachiger Fachliteratur. Ein einschneidendes Erlebnis des jungen Mannes dürfte der Einmarsch der napoleonischen Truppen und die Plünderung Halles am 17. Oktober 1806 gewesen sein.

Die Friedrichs-Universität in Halle (um 1835)

Eine Folge der Besatzung war auch die vorübergehende Schließung der Universität. In den folgenden Jahren wurde Halle befreit, erneut von den Franzosen besetzt und 1813 mit Verletzten von der Völkerschlacht bei Leipzig überschwemmt.

In diesen unruhigen Zeiten studiert Dietlein nach der Schulausbildung an der Friedrichs-Universität (heute: Martin-Luther-Universität) in seiner Heimatstadt. Danach strebt er eine Karriere im Staatsdienst an und wird für das Jahr 1815, also etwa 28-jährig, erstmalig im 'Bauinventar' des preußischen Staates erwähnt. Er wird als 'Districtbaumeister' in Halle geführt und hat eine Abhandlung zur Schiffbarmachung der Saale veröffentlicht [2]. Er machte also schon sehr frühzeitig durch erste Publikationen auf sich aufmerksam.

Ab 1817 weist ihn das 'Bauinventar' als Bauinspektor im Regierungsbezirk Merseburg aus, der bei "Bauten und Reparaturen an geistlichen und Schulgebäuden" assistieren soll [2].

Gute Kontakte fördern den Aufstieg

Eine der wichtigsten Veröffentlichungen Dietleins erfolgte bereits 1820: "Perronets Werke, die Beschreibung der Entwürfe der Bauarten der Brücken bei Neuilli, Nantes, Orleans, Ludwigs XVI ec., den Entwurf des burgundischen Kanals und der Wasserleitung von der Yvette und Bievre nach Paris sowie mehrere einzelne Abhandlungen." Der Franzose Jean Rodolphe Perronet (1708-1794) galt seinerzeit als einer der bedeutendsten Köpfe des Bauwesens, insbesondere im Steinbrücken- und Wasserbau. Die Übersetzung dieses Buches ins Deutsche machte Dietlein daher in Fachkreisen überregional bekannt.

Interessant an dieser Veröffentlichung ist aber auch das Vorwort, oder wie man damals sagte, die "Vorrede", die von Johann Albert Eytelwein (1764-1849) verfasst wurde. Eytelwein war zu diesem Zeitpunkt bereits Direktor der Oberbaudeputation in Berlin und damit ranghöchster Bautechniker des preußischen Staates. Nachdem er schon einige Jahre an der Universität gelehrt hatte, wurde er 1824 auch zum Direktor der neu gegründeten Bauakademie benannt. Im Zuge der Neuorganisation des Lehrplanes holte er Dietlein nach Berlin, nachdem dieser im selben Jahr in Halle promoviert hatte [4].

Woher die beiden Männer sich ursprünglich kannten ist unklar. Eytelwein stammte ursprünglich aus Frankfurt / Main und wurde 1794 nach Berlin berufen. Vielleicht lernten sie sich bei ihrer Tätigkeit für die preußische Bauverwaltung kennen, aber es gab noch eine weitere Gemeinsamkeit: beide waren in Freimaurerlogen organisiert. Ohne Zweifel war die Förderung durch Eytelwein aber sehr wichtig für den beruflichen Aufstieg Dietleins.

Dietlein an der Bauakademie

Ab dem Wintersemester 1824/25 ist Dr. Dietlein mit insgesamt drei Fächern im Lehrplan der Bauakademie vertreten: "Statik fester Körper und Hydrostatik", "Maschinenlehre" sowie "Straßen-, Brücken-, Canal- und Schleusenbau" [3]. Johann August Roebling zählte also bereits im ersten Jahr seiner Tätigkeit zu seinen Studenten, und begeisterte sich vor allem für seine Vorlesungen zum Brückenbau, speziell den Hängebrücken [4]. Der Bau von Hängebrücken, sei es mit Ketten oder mit Draht, war in ganz Europa zu diesem Zeitpunkt etwas ganz Neues. Zunächst war England führend, das sich nach einigen Fehlversuchen auf die Verwendung von Ketten konzentrierte, während in Frankreich und in der Schweiz von Anfang an Drahtbrücken bevorzugt wurden.

Besonders inspirierend war für Roebling und die anderen Studenten sicherlich auch Dietleins 1825 erschienene Übersetzung von "Naviers Abhandlungen über die Hängebrücken" [5] aus dem Französischen. Claude L.M.H. Navier (1785-1836) gilt noch heute als einer der größten Theoretiker des Hängebrückenbaus und Mitbegründer der analytischen Statik. Seine Originalausgabe war zwei Jahre zuvor in Paris erschienen und galt Jahrzehntelang als Standardwerk zum Hängebrückenbau.

Dietleins Arbeit an der Bauakademie wurde offenbar sehr geschätzt, denn bereits 1826 wurde ihm der Titel "Professor für Baukunde" verliehen. Dietlein engagierte sich aber auch über die reine Lehrtätigkeit hinaus. So war er ab 1829 Mitglied im einflußreichen "Verein zur Beförderung des Gewerbfleisses". Insofern überrascht es zunächst etwas, dass seine Lehrtätigkeit nach sieben erfolgreichen Jahren ein recht plötzliches Ende fand.

Karriere nach der Lehrtätigkeit

Kupfertafel zu Navier´s Buch über Hängebrücken. Dieses Werk, das Dietlein 1825 in der deutschen
Übersetzung herausgab, war über viele Jahrzehnte das wichtigste Lehrmittel auf diesem Fachgebiet

Im Mai 1831 wurde Dietlein als Nachfolger des Baurates Moser zur Preußschen Ministerial-Baukommission versetzt und gleichzeitig zum Oberbauinspektor befördert [2][7]. Schon damals liefen solche Personalentscheidungen nicht immer ganz reibungslos ab, denn offenbar verdrängte der 'Seiteneinsteiger' Dietlein hier einen Bewerber, der sich bereits große Hoffnungen auf die Stelle gemacht hatte2.

Dietleins Entlassung bei der Bauakademie war der Wechsel des Direktorates und eine erneute tiefgreifende Reform der Lehranstalt vorausgegangen. Eytelwein hatte sich Ende 1830 aus gesundheitlichen Gründen pensionieren lassen und damit für Christian Peter Wilhelm Beuth (1781-1853) Platz gemacht. Als Eytelwein wenig später auch die Leitung der Oberbaudeputation aufgab, konnte hier mit Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) ebenfalls ein adäquater Nachfolger gefunden werden.

Unter Beuth wurde die Bauakademie in 'Allgemeine Bauschule' umbenannt und ein 'Kollegzwang', d.h. eine Anwesenheitspflicht für die Vorlesungen, eingeführt, was bei den Studenten für viel Unmut sorgte [4]. Gleichzeitig wurde auch der Lehrplan gründlich überarbeitet, woraus sich auch Änderungen beim Lehrpersonal ergaben, denen nicht nur Dietlein zum Opfer fiel3. Durch die frühe Förderung Dietleins und die parallele Tätigkeit an der Bauakademie kann man vermuten, dass Eytelwein eine Art Mentor für Dietlein war, ohne den er keinen ausreichenden Stand an der Hochschule hatte.

Aufgrund der von Beuth eingeleiteten Reform gab es neue Unterrichtsfächer und andere fielen weg. So ist im Vorlesungsverzeichnis für das Jahr 1831 das Fach "Straßen-, Brücken-, Schleusen- und Kanalbau", wie es ab 1824 von Dietlein angeboten wurde, nicht mehr vertreten [8]. Wahrscheinlich wurde der Brückenbau ab 1831 in der Vorlesung 'Wegebau' oder 'Elemente der Wasserbaukunst' abgehandelt, denn traditionell wurde er ohnehin dem Wasserbau zugerechnet.

Dietleins gedruckte Vorlesungen blieben auch lange nach seinem Ausscheiden bei der Akademie als Lehrmittel in Gebrauch, weil er sie 1832 bei Reimer in Berlin veröffentlichte. Vorher waren sie bereits in mehrere Abschnitte aufgeteilt in Crelles "Journal für die Baukunst" erschienen [11]. In dieser Zeitschrift publizierte Dietlein häufiger, ebenso wie in Crelles "Journal für die reine und angewandte Mathematik in zwanglosen Heften".

Tätigkeit bei der Ministerial-Baukommission

Die Ministerial-Baukommission war die oberste Baubehörde Preußens und vor allem für den Bau und die Unterhaltung der staatlichen Gebäude Berlins verantwortlich. Zu den Tätigkeiten Dietleins gehörten daher vorwiegend Baumaßnahmen an Krankenhäusern, Schulen, Ministerien und Kirchen. Sicher belegt ist seine Mitwirkung bei der Innenrekonstruktion der Deutschen Kirche am Gendarmenmarkt, die von 1832 bis 1834 unter der Leitung von Friedrich Wilhelm Langerhans durchgeführt wurde [2].

Eine der letzten Aufgaben Dietleins für die Baukommission dürfte der Umbau des Gebäudes 'Unter den Linden 72/73' für das Preußische Innenministerium gewesen sein, in dem später auch das Reichsministerium des Innern untergebracht war. Bei den Umbauarbeiten, mit denen 1837 unter seiner Leitung begonnen wurde, arbeitete er eng mit Schinkel zusammen, der für die Gestaltung der Hauptfassade verantwortlich war [9]. Leider wurde das Gebäude im 2. Weltkrieg völlig zerstört.4

Neben der direkten Beteiligung an Bauprojekten war Dietlein aber weiterhin als Ausbilder der preußischen Bauverwaltung tätig, wenn auch nicht mehr auf dem Niveau einer technischen Hochschule. Er unterrichtete und prüfte nun Steinhauer, Dachdecker und Ofenbauer [10].

Tod durch die Cholera

Johann Friedrich Wilhelm Dietlein starb am 30. August 1837, also wenige Wochen nach seinem 50. Geburtstag. Von den großen Taten seines ehemaligen Schülers Johann August Röbling in Amerika hat er nie erfahren, weil dieser erst einige Jahre später seine erste Brücke baute. Aufgrund von genauen (fast möchte man sagen: typisch preußischen) Aufzeichungen, kann man sicher nachvollziehen, dass Dietlein der Cholera zum Opfer fiel.

Das Preußische Innenministerium in der Lindenstraße wurde unter Dietleins Leitung umgebaut.
Die Fassade hatte Schinkel entworfen. Das Gebäude fiel dem 2. Weltkrieg zum Opfer.

Im Sommer 1837 wurde Berlin von der dritten großen Choleraepidemie heimgesucht. Obwohl es bereits in den Jahren 1831 und 1832 viele Opfer in der Stadt gegeben hatte, war die Epidemie des Jahres 1837 die Verlustreichste. Nach einer akribischen Statistik von Dr. Wilhelm Schütz [13] lebten 1837 ca. 284.000 Menschen in Berlin, von denen 3.580 an der Cholera erkrankten und 2.356 schließlich starben. Die Ursachen der Krankheit waren damals noch nicht erforscht und der Staat versuchte mit teilweise abenteuerlichen Maßnahmen die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Die meisten Betroffenen starben durch den mit der Krankheit einhergehenden Wasserverlust innerhalb von 12 bis 48 Stunden. Wenn man bedenkt, dass die eigentliche Epidemie in Berlin nur etwa von Mitte August bis Mitte November andauerte, kann man anhand der Opferzahlen die Hysterie in der Bevölkerung erahnen.

Die Krankheit war meldepflichtig, und so lässt sich anhand der Statistik von Schütz leicht nachvollziehen, dass Dietlein unter den ersten Opfern des Jahres 1837 war. Während seiner 13 Jahre in Berlin war Dietlein mit seiner Familie häufig umgezogen und wohnte zum Schluss in der Lindenstraße 55 [12]. In diesem Haus gab es nur einen Erkrankten, der den Behörden am 29. August gemeldet wurde und nicht überlebte. Da Dietlein am 30.08.1837 starb, muss er der Betroffene in diesem Haus gewesen sein [13].

Obwohl die preußische Regierung schon 1833 separate Cholerafriedhöfe abgeschafft hatte [14], dürfte die Bestattung wegen der Seuchengefahr sehr kurzfristig geschehen sein. Nach privaten Recherchen und Auskunft des 'Evangelischen Friedhofsverbandes Berlin Stadtmitte' ist ein Grab auf den Namen Dietlein heute nicht mehr vorhanden. Im November 1837 wurde Dietleins Bibliothek beim 'Gerichtl. Bücher-Auctions-Commissarius' Rauch versteigert [15].

Dietleins Familie

Dietlein war mit Christiane Friederike Kerkow verheiratet, mit der er mindestens drei Kinder hatte [16]. Christiane stammte vermutlich ebenfalls aus Halle, denn sie gab noch im Todesjahr ihres Mannes die Wohnung in Berlin auf und zog mit den Kindern nach Halle, wo sie zunächst bei ihrer Schwester wohnte [17]. Der älteste Sohn Wilhelm Albert5 wurde am 29.12.1837 in der Lateinischen Schule in Halle aufgenommen [18].

Die beiden Töchter Wilhelmine (*21.11.1827, Berlin; † ?) und Marie Elise (*25.12.1834, Berlin; † ?) lebten nach diversen Halleschen Adressbüchern mindestens von 1867-1884 zusammen in verschiedenen Wohnungen der Stadt. Da es damals üblich war, in Adressbüchern auch den Beruf, bzw. den "Stand" anzugeben, ist hier entweder der Eintrag "Schwestern" oder "Rentieren"6 zu finden [17]. Marie Elise dürfte das letzte lebende Kind Dietleins gewesen sein, weil Wilhelmine ab 1888 nicht mehr in den Adressbüchern genannt wird und ihr Bruder Wilhelm Albert bereits 1884 verstorben war.

Ob es heute noch lebende Nachkommen Dietleins gibt ist ungewiss. Die beiden Töchter waren nach den Adressbüchern nie verheiratet und daher vermutlich auch kinderlos. Ob der Sohn Wilhelm Albert Nachkommen hatte, ließ sich bisher nicht ermitteln.

Nachwirkung Dietleins

Neben der rein beruflichen Tätigkeit engagierte sich Dietlein sein ganzes Leben lang in verschiedenen Organisationen. Spätestens 1814 wurde er in die Freimaurerloge "Zu den drei Degen" in Halle aufgenommen, in der er 1824 den "4. Grad" erreichte und der er bis zu seinem Tode angehörte [19]. Im Jahr 1829 wurde er Mitglied im einflußreichen "Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes", den Beuth 1821 gegründet hatte.

Bei der Beschäftigung mit frühen Hängebrücken oder Persönlichkeiten wie Johann A. Röbling, Christian G.H. Bandhauer oder Claude Navier, stößt man immer wieder auf den Namen Dietlein. Dennoch ist er heute weitgehend in Vergessenheit geraten und nur noch in Fachkreisen bekannt. Über viele Jahrzehnte hinweg war er allerdings eine der größten Kapazitäten bei der Vermittlung von Fachwissen für den Brückenbau.

Seine Übersetzungen sowie seine "Grundzüge der Vorlesungen…" gehörten lange Zeit zur wichtigsten deutschsprachigen Fachliteratur auf diesem Gebiet. Dadurch profitierten Generationen von Studenten von seinen pädagogischen Fähigkeiten und seinem Fachwissen, von denen Johann A. Röbling nur der Bekannteste war. Und so gebührt Johann Friedrich Wilhelm Dietlein zweifellos auch ein kleiner Anteil am Triumph der wunderbaren Brooklyn Bridge, weil es ihm Jahrzehnte vor ihrem Bau gelungen war, in einem talentierten Studenten den Samen für eine unvergleichliche Karriere als Brückenbauer zu legen.

1 heute: "John A. Roebling Suspension Bridge"
2 der verdrängte Kandidat war Ludwig Ferdinand Hesse (1795-1876), der sich wohl auch deshalb in einer guten Ausgangsposition sah, weil er mit der Tochter von Mosers Vorgänger Johann Gottlieb Schlätzer verheiratet war. Hesse erhielt aber bereits am 1. September 1831 ebenfalls eine Stelle bei der Baukommission.
3 Außer Dietlein mussten auch Prof. Grüson (Analysis und höhere Geometrie, Mechanik fester Körper, Hydraulik), Prof. Meinecke (Architektonisches Zeichnen), Prof. Rabe (Allgemeine Baulehre, Stadtbaukunst), Bau-Insp. Julius (Situations- Kartenzeichnung), Dr. Ohm (Arithmetik, Algebra, Elementargeometrie) und Bau-Insp. Schramm (Ökonomische Baukunst), die Bauakademie verlassen. [6]
4 Heute befinden sich die Botschaften Ungarns und Polens auf dem Grundstück
5 Wilhelm Albert Dietlein (*29.01.1827, Berlin; †01.10.1884, Neustettin) war Lehrer in Halle, Gütersloh und schließlich Neustettin (heute: Szczecinek / Polen), wo er 1884 starb. Eine Anekdote eines ehemaligen Schülers aus Gütersloh ist unter http://www.furbach.info/hoehndorf/daten/1860/guetersloh.htm zu finden: "Griechisch hatten wir in der Tertia bei Dr. Dietlein, einem Original, der aber schon 1864 Gütersloh verließ und nach Neustettin ging. Ich habe nicht viel Erinnerung an ihn. Ich weiß nur noch, dass er, wenn er griechische Exercitien zurückgab, öfter die besseren zurückgab unter Aufzählung der Fehlerzahl, dann aber den übrigen Packen Hefte mit einem genialen Schwung des Armes über das Katheder hinüberreichte: 'Und die übrigen habe ich nicht korrigiert!' War es Faulheit oder waren sie ihm zu schlecht?"
6 Als "Rentier" bezeichnet man eine Person, die von einem Erbe oder einer sonstigen regelmäßigen Zahlung lebt.

Quellen:
  • [1] Pfarrarchiv Unser Lieben Frauen (Marktkirche) Halle, Sterberegister 1780-1800, S. 283. Marienbibliothek in Halle.
  • [2] 'Bauinventar' Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz; http://www.gsta.spk-berlin.de/uploads/inventare/bauinventar.pdf
  • [3] Eduard Dobbert: "Chronik der Königlichen Technischen Hochschule zu Berlin", Berlin 1899
  • [4] Nele Güntheroth: "Realien und Karriere: Röblings Ausbildung zum Baumeister und Ingenieur", in "Mühlhäuser Beiträge - Sonderheft 15", Mühlhausen 2006
  • [5] Johann F.W. Dietlein: "Naviers Abhandlung über die Hängebrücken", Berlin 1825
  • [6] Technische Hochschule Berlin: "Festschrift zur Feier der Einweihung ihres neuen Gebäudes", Berlin 1884
  • [7] Amtsblatt der Regierung in Potsdam, Personalchronik. Ausgabe 06.05.1831
  • [8] Ludwig v. Rönne: "Die Verfassung und Verwaltung des preußischen Staates" (1848)
  • [9] http://www.luise-berlin.de/lexikon/indexlex.htm#nvg?Preussisches_Ministerium_des_Innern.htm
  • [10] Amtsblatt der königlichen Regierung in Potsdam. Ausgabe 1834
  • [11] "Grundzüge der Vorlesungen über Straßen-, Brücken-, Schleussen-, Kanal-, Strom-, Deich- und Hafenbau, gehalten an der königlichen Bauakademie zu Berlin von 1824-1831", Berlin 1832.
  • [12] Wohnungsanzeiger für die Stadt Berlin, 1837
  • [13] Dr. Wilhelm Schütz: "Vergleichende statistische Übersicht der in Berlin in den vier Epidemien 1831, 1832, 1837 und 1849 vorgekommenen Cholerafälle…", Berlin 1849
  • [14] Olaf Briese: "Angst in den Zeiten der Cholera", Berlin 2003
  • [15] Literarische Zeitung, Berlin, 8. November 1837
  • [16] www.familysearch.org
  • [17] Adressverzeichnis für die Stadt Halle, diverse Jahrgänge
  • [18] Franckesche Stiftungen zu Halle (Saale), AFSt/S A III 36, 12; AFSt/S L 8, S. 303
  • [19] Friedrich August Eckstein: "Geschichte der Freimaurer-Loge im Orient von Halle: Eine Festgabe zur Secularfeier der Loge zu den drei Degen", Halle 1844
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© Dipl.Ing. Bernd Nebel