Herrad Taubenheim
Oberkasseler Brücke, Düsseldorf

Die Oberkasseler Brücke gehört zur sogenannten "Düsseldorfer Brückenfamilie", die in der Zeit von 1953 - 1973 unter maßgeblicher Beteiligung von Fritz Leonhardt und Friedrich Tamms errichtet wurden. Zu den drei in unmittelbarer Nachbarschaft über den Rhein führenden Brücken zählt noch die Kniebrücke und die Theodor-Heuss-Brücke. Alle drei wurden nach ähnlichen Konstruktionsweisen und Gestaltungsprinzipien entworfen. Dennoch weißen sie mehr oder weniger starke Unterschiede auf.

Die Oberkasseler Brücke hat nur einen Pylon, der 100 m hoch ist und von dem in jede Richtung 8 Kabel ausgehen. Dabei sind jeweils zwei Kabel auf einer Höhe mit wenigen cm Abstand angeordnet, sodass es von Weitem aussieht als seien es nur jeweils 4 Kabel. Die Hauptspannweite der Brücke beträgt 258 m, ihre Gesamtlänge 591 m.

Vor dem Krieg hatte an ihrer Stelle eine Fachwerkbogenbrücke aus dem Jahre 1898 gestanden. Am 3. März 1945 wurde sie von der deutschen Wehrmacht gesprengt und nach Kriegsende als Pontonbrücke wieder aufgebaut. Später wurde eine aus Fachwerkbalken bestehende Behelfsbrücke errichtet, die bis zur Fertigstellung der Oberkasseler Brücke in Betrieb blieb. Die Oberkasseler Brücke wurde direkt neben der Behelfsbrücke errichtet und dann nach Beseitigung der Behelfsbrücke um knapp 50 m in deren Position verschoben.