Bernd Nebel
Millennium Bridge, London (GB)

Die Millennium Bridge in London sollte den bereits vorhandenen Themsebrücken pünktlich zum Jahrtausendwechsel eine neue, spektakuläre Fußgängerüberquerung hinzufügen. Der Architekt der Brücke war kein geringerer als Sir Norman Foster, der uns unter anderem auch als Gestalter der Kuppel des Berliner Reichstages und des Viaduc de Millau bekannt ist.

Obwohl die Brücke nicht sofort als Hängebrücke zu erkennen ist, hatte sie zu Beginn jedoch mit den typischen Problemen einer solchen Konstruktion zu kämpfen. Wegen ihrer Empfindlichkeit gegen Schwingungen musste sie bereits 8 Tage nach ihrer Eröffnung für den Publikumsverkehr wieder gesperrt werden.

Eingehende Untersuchungen wurden durchgeführt um zu klären, warum die Brücke besonders bei intensiver Nutzung so stark zu schwingen begann. Es zeigte sich, dass die Fußgänger, wenn die Brücke von Menschen übersät ist, fast unweigerlich in eine Art Gleichschritt verfallen, die fast den dynamischen Impuls einer Marschkolonne erzeugt.

Erst nach intensiven Umbauarbeiten für insgesamt 5 Millionen Englische Pfund konnte die Millennium Bridge zwei Jahre später wieder für den Fußgängerverkehr geöffnet werden. Die Schwingungen werden nun wirksam durch eine Vielzahl von Stoßdämpfern reduziert, die mit Honig gefüllt sind.