Theodor-Heuss-Brücke, Mainz / Deutschland

Die zwischen 1882 und 1885 errichtete Theodor-Heuss-Brücke führt zwischen Mainz und Wiesbaden über den Rhein. Sie befindet sich am Standort einer römischen Brücke, die ab 27 n.Chr. nachgewiesen werden konnte. Aus dem rechtsrheinischen Brückenkopf entstand das heutige Mainz-Kastel. Auf Mainzer (westlicher) Seite endet die heutige Brücke direkt am rheinland-pfälzischen Landtag.

Die fünf stählernen Brückenbögen haben Spannweiten von 87-99-103-99-87 Metern und wurden nach Plänen des in Marburg geborenen Architekten Friedrich von Thiersch erbaut. Die Brücke wurde mit Druckluftcaissons gegründet, die von der Fa. Holzmann ausgeführt wurden. Gemessen am entfernten Aushub war dies eine der umfangsreichsten frühen Caissongründungen in Deutschland.

Die Benutzung der Brücke war bis 1912 gebührenpflichtig, obwohl sich die Baukosten bereits nach drei Jahren amortisiert hatten.

Am 17.03.1945, also kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges, wurde die Theodor-Heuss-Brücke von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Fünf Jahre später war sie wieder betriebsbereit und löste eine zwischenzeitlich errichtete Pontonbrücke ab.