London Bridge, heute: Lake Havasu (USA)

Die London Bridge ersetzte ab 1831 eine ca. 600 Jahre alte Brücke über die Themse. Sie war einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der englischen Hauptstadt. Doch schon ca. 100 Jahre nach ihrer Eröffnung stellten sich starke Setzungen ein und es bestand die Gefahr, dass die Brücke im morastigen Untergrund versinken würde.

Da die Brücke im Übrigen technisch völlig intakt war, entschloss man sich schweren Herzens das Bauwerk abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Überaschenderweise fand sich mit Robert P. McCulloch ein reicher Industrieller aus Amerika, der den Engländern die Brücke für 2.460.000 Dollar abkaufte.

McCulloch stellte Außenbordmotoren her und hatte sich ein Testgelände am Lake Havasu in der Wüste von Arizona eingerichtet. An dieser Stelle sollte die Brücke einen noch herzustellenden Kanal überqueren. Im Jahre 1968 war es soweit: die Brücke wurde in London Stein für Stein abgetragen und nach Amerika verschifft. Das Echo in der englischen Bevölkerung war geteilt und eine Londoner Tageszeitung quittierte den Vorgang mit der Schlagzeile "Die London Bridge fällt den Apachen in die Hände".

So kam es, dass die Brücke 1971 mehrere tausend km von ihrem ursprünglichen Standort entfernt ein zweites Mal feierlich eingeweiht wurde.