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Fleischbrücke, Nürnberg

Eine besonders flach gestaltete Segmentbogenbrücke der ausgehenden Renaissancezeit ist die Fleischbrücke, die 1598 an der engsten Stelle der Pegnitz in Nürnberg vollendet wurde. Sie wurde von Jakob Wolff d.Ä. vermutlich nach Anregung der Rialtobrücke in Venedig errichtet. Das Bauwerk besteht aus rötlichem Sandstein, hat eine Spannweite von 27 m bei einer Pfeilhöhe von nur 4,2 m.

Schon ab dem 13. Jhd. sind an dieser Stelle Vorgängerbauten nachweisbar, die alle entweder Feuersbrünsten oder Eisgang zum Opfer fielen. Eine zweibogige Steinbogenbrücke bestand ab 1487, stürzte jedoch bei einem Hochwasser im Frühjahr 1595 ein. Der Name "Fleischbrücke" ist auf das im Mittelalter direkt am Pegnitzufer gelegene Schlachthaus zurück zu führen.

Das Bauwerk, das auf über 2000 Eichenpfählen gegründet wurde, war bei seinem Bau auf Grund des flachen Bogens eine der technisch interessantesten Brücken seiner Zeit. Eigentlich sollte die Brücke im Rahmen des Pegnitz-Ausbaus abgebrochen werden, konnte aber schließlich durch den Bau eines aufwändigen Hochwasserstollens gerettet werden.